Undenkbare Paarungen:
Rick Astley und Dave Grohl (Video)

Das Undenkbare wird wahr: Grunge-Pionier Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) holt 80er Pop-Bubi Rick Astley («Never Gonna Give You Up») auf die Bühne. Das muss man gesehen haben.

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Ron Wood: «It was nice to make your Bekanntschaft!»

In ein paar Stunden treten die Rolling Stones im Zürcher Letzigrund auf. Gestern Abend ging Gitarrist Ron Wood mit seiner Frau in der Kronenhalle Rehrücken essen und trat an den Tisch der legendären Gesellschaftsreporterin Hildegard Schwaninger. Später stiess auch noch Frontmann Mick Jagger dazu.

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Das Geheimnis des Gänsehaut-Moments (und die Playlist dazu)

Weshalb die einen beim Musikhören Gänsehaut kriegen und andere nicht.

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Von Cherry Vanilla bis Uschi Obermaier: Das sind die legendärsten Groupies

Lori Maddox

Maddox gehörte zur sogenannten Baby-Groupie-Szene in L.A. Anfang der 70er. Ihre Jungfräulichkeit verlor sie angeblich bei David Bowie. Sie segelte dann weiter zu Jimmy Page von Led Zeppelin und später – tada! – selbstverständlich zu Mick Jagger.

Mit Jimmy Page.

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Anita Pallenberg

Das deutsche Model ging in Andy Warhols Factory ein und aus, bandelte mit Brian Jones (Rolling Stones) an, bevor sie schliesslich mit Band-Kollege Keith Richards zusammenkam. Gerüchten zufolge hatte sie auch immer wieder etwas mit Stones-Sänger Jagger. 1979 wurde sie verhaftet, weil ihr 17-jähriger Gärtner, mit dem sie eine Affäre hatte, erschossen in ihrem Bett aufgefunden wurde. Später ging man von Selbstmord aus. Keith Richards war zur selben Zeit bei Aufnahmen in Paris.

Mit Keith Richards (Bild: John Minihan/Getty Images)

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Pamela Des Barres

Begann Ende der 60er – Jagger, Page, Jim Morrison (Doors), Keith Moon (The Who) gehören zu ihrem Palmares; arbeitete als Nanny für Frank Zappa und veröffentlichte als eines der ersten Groupies Memoiren.

(Bild: Freebase)

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Bebe Buell

War kurz mit Aerosmith-Sänger Steven Tyler zusammen; aus dieser Liaison ging Tochter Liv hervor. Hatte auch was mit Elvis Costelle, natürlich mit Jagger, Rod Stewart und John Taylor (Duran Duran).

(Bild: Freebase/GNU Free Documentation License)

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Chris O'Dell

George Harrison von den Beatles widmete ihr einen Song («Miss O'Dell»); war eine Beatles-Vertraute, bandelte aber auch mit den Stones, Bob Dylan (für den sie auch als Tour-Managerin arbeitete) und Eric Clapton an.

Mit Mick Jagger. (Bild: Chris O'Dell)

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Sable Starr

War die Königin der LA-Baby-Groupies. Sie schlug sich oft mit anderen Mädels. Sagt, sie habe ihre Jungfräulichkeit mit 12 an Spirit-Sänger Randy California verloren. Man sagt ihr Affären auch mit Marc Bolan und Alice Cooper nach.

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Cynthia Plaster Caster

Berühmt-berüchtigt, weil sie Gipsabdrücke von den Penissen ihrer Eroberungen machte. Jimi Hendrix war der erste. Jim Croce und Kiss schreiben beide einen Song über sie.

(Bild: Freebase)

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Nancy Spungen

Ihre tragische Geschichte ist weltbekannt und kam 1986 («Sid & Nancy») gar ins Kino: Sie war anderthalb Jahre mit Sex-Pistols-Bassist Sid Vicious zusammen und wurde 1978 im New Yorker Chelsea Hotel erstochen aufgefunden. Vicious wurde verhaftet und auf Kaution freigelassen. Er starb vier Monate später an einer Überdosis.

 

(Bild: Freebase/GNU Free Documentation License)

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Cherry Vanilla

War selber eine Avantgarde-Musikerin, Schauspielerin und die Pressefrau von David Bowie. Aber sie war auch Groupie und hatte Beziehungen mit allen – von John Lennon bis zu Police und arbeitete eng mit Andy Warhol zusammen.

(Bild: Freebase)

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Patti Boyd

Die Geschichte geht so: Model Boyd heiratete den Beatle George Harrison, gleichzeitig hatte sie aber auch Affären mit John Lennon und Ronnie Wood (Stones). Eric Clapton, der beste Freund Harrisons, hatte zur selben Zeit ebenfalls ein Auge auf Boyd geworfen, war aber mit ihrer Schwester Paula zusammen. Als er den Song «Layla» veröffentlichte, der offensichtlich an ihre Schwester Patti gerichtet war, verliess sie Clapton. Später gab sie Mick Jagger einen Korb und heiratete tatsächlich Clapton. Harrison (starb 2001), Clapton und Boyd blieben Freunde.

Mit George Harrison. (Bild: Getty).

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Cathy Smith

Sie wurde unrühmlich bekannt, weil sie John Belushi 1982 den Heroin-Cocktail spritze, an dem der Schauspieler starb. Smith sass dafür über ein Jahr im Gefängnis. Zuvor war sie ein Musik-Groupie – Gordon Lightfoot schrieb den Song «Sundown» über sie.

(Bild: Freebase)

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Uschi Obermaier

Das bayerische Model, das als Postergirl der legendären Berliner Kommune 1 galt, hatte Affären mit Mick Jagger, Jimi Hendrix und Keith Richards.

(Bild: Messy Nessy Chic)

(B&C)


Der fabelhafte
Jerry Perenchio

In Amerika wird derzeit das teuerste Haus der Geschichte feilgeboten. Noch faszinierender als die sagenumwobene 350-Millionen-Villa ist die Biografie des öffentlichkeitsscheuen Eigentümers Jerry Perenchio. Er entdeckte Elton John, organisierte den «Kampf des Jahrhunderts» zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier, produzierte «Blade Runner» und war Besitzer des grössten spanischsprachigen Fernsehsenders der USA.

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Wie eine Pauke in zu engen Unterhosen

Phil Collins ist schuld! Der synthetische Schlagzeug-Sound der Achtziger ist zurück. Wir lüften das Geheimnis dahinter. Es heisst «gated reverb».

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Rendezvous der Woche

Sophia Loren mit Elvis Presley, 1958. Die beiden kannten sich nicht. Loren erblickte Presley während der Mittagspause bei den Dreharbeiten von «King Creole» in den Paramount-Studios und stellte sich vor. Grosses Hallo! Glücklicherweise war ein Set-Fotograf zugegen, der das einzige Treffen der beiden auf fabelhafte Weise festhielt.

(B&C)


Exklusiv: Mit «Bonnie & Clyde» zu John Cale!

Wir verlosen 2x2 Tickets für das Zürcher Konzert des legendären Rockstars vom 3. September im Kaufleuten und lüften ein paar kleine Velvet-Underground-Geheimnisse.

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Traumpaar der Woche:
Axl und Billy (Video)

Kein Witz: Axl Rose und Billy Joel singen zusammen AC/DCs «Highway to Hell».

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Frank Sinatras Pastarezept

Der italienisch-amerikanische Superstar hatte ein Vorliebe für Fettucine. Wir verraten sein Lieblingsrezept. Es ist ganz einfach – und köstlich!

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Traumpaare der Woche

Unsere Abteilung für unerwartete Ereignisse ist auf folgende zwei überraschende Bilder gestossen, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

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Song-Entdeckungen, Teil 2

TV-Serien sind wahre Jukeboxen. In einer losen Serie stellen wir Euch jeweils Song-Perlen vor, auf die wir ohne Netflix und co. kaum gestossen wären.

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Das 40-stimmige Spektakel (Video)

Das Geheimnis hinter «Spem in alium», der überwältigenden Motette, die für acht Chöre zu je fünf Stimmen komponiert wurde.

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Wie Barock-Genie Händel die Champions
League prägt

Aus aktuellem Anlass lüften wir für Euch ein Geheimnis aus der Sportwelt.

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Wer liest was?
Von Freud bis Rooney

Wir haben die Lieblingsbücher von einflussreichen Personen zusammengetragen. Ein Werk sticht besonders heraus: Es beglückte Putin, Stalin, Merkel und den Papst gleichermassen.

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Die Genialität der Unsterblichen

Drei brandneue Videos zu Songs aus den Siebzigern heben ab.

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Tagebuch eines Regisseurs

Wer wissen will, wie in Hollywood Filme gemacht werden, sollte diesen Text lesen.

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Truhen voller goldener Songs

TV-Serien sind wahre Jukeboxen. In einer losen Serie stellen wir Euch jeweils zehn Song-Perlen vor, auf die wir ohne Netflix und co. kaum gestossen wären.

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Eine wissenschaftliche Erklärung, weshalb alle Nickelback hassen

Die kanadische Rockband Nickelback ist Spitze. Nicht nur bei den Albumverkäufen, sondern auch in den regelmässig erscheinenden Listen der meistgehassten Musiker. Weshalb ist das eigentlich so?

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Der Affe, der MTV erfand

Michael Nesmiths Lebenslauf ist wohl einer der originellsten im Popzirkus. Seine Mutter erfand eine Art Tipp-Ex, er selber sang in der Fernseh-Band Monkees und hatte die Idee zu MTV.

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Gewusst? Die Google-Bilder-Suche wurde wegen Jennifer Lopez erfunden

Einige hatten es gesehen, viele sprachen darüber, alle wollten wissen, wie es ausschaut – schliesslich führte es zu einer nicht mehr wegzudenkenden digitalen Innovation.

Das mittlerweile legendäre grüne Versace-Kleid, das Jennifer Lopez an den Grammy Awards 2000 trug, löste im Internet eine noch nie dagewesene Suchanfrage-Welle aus.

«Wir hatten aber keine todsichere Methode, unseren Usern genau das zu geben, was sie wollten: JLo in diesem Kleid», erklärte kürzlich Eric Schmidt, ehemaliger Google-CEO, «darum wurde die Google-Bilder-Suche geboren.» (b&c)

 


Eminem:
«Genau im Spalt»

Interviews mit Marshall Mathers alias Eminem sind rar.
Im amerikanischen Fernsehen kam es zu einem
Treffen zwischen ihm und Stephen Colbert, dem Nachfolger
von Talkshow-Legende David Letterman. Das Gespräch hat
es uns angetan, und wir wollen -Ihnen die besten Passagen
daraus nicht vorenthalten. Ein kleines Amuse-Bouche:
Colbert fragt den millionenschweren Rapper, ob er einen
Plan B habe, falls das mit der -Musikerkarriere nichts werde.
Aber lesen Sie weiter.

Colbert: Sind Sie aus dieser Gegend?

Eminem: Bin ich nicht, ich komme aus -Detroit ...

Colbert: ... ah, Detroit! Wie kommen Sie dahin? Nehmen Sie die 75ste?

Eminem: Ja.

Colbert: Der Verkehr ist wegen der Baustellen im Moment ziemlich mühsam, nicht?

Eminem: Ja, ziemlich mühsam.

Colbert: Dazu kommen die Überschwemmungen ... Sie sind also aus Detroit! Welche Musik hat Sie denn beeinflusst? Ich nehme an Motown, Ted Nugent, offensichtlich ... Seger?

Eminem: Bob Seger? Ja, der ist grossartig.

(...)

Colbert: Sie sagten, Sie seien ein Rapper. Sprechen Rapper denn nicht schnell?

Eminem: Äh ...

Colbert: Sind Sie ein langsamer Rapper oder ein schneller Rapper?

Eminem: Ich denke, beides ...

Colbert: Sprechen wir über Ihre Karriere: Was sind Sie für ein Rapper? Sind Sie mehr der singende Rapper wie Bone Thugs-N-Harmony oder sind Sie mehr der Strassenrapper wie Will Smith?

Eminem: Ich mag beide, Bone Thugs und Will Smith.

(...)

Colbert: Okay. Sind Sie politisch? Rap ist doch politisch und sonst sind es eher Inhalte, die sich auf «Frauenhintern» reimen. Sind Sie eher ein politischer oder eher ein Frauenhintern-Rapper?

Eminem: Etwa in der Mitte.

Colbert: In der Mitte des Hintern?

Eminem: Möglicherweise genau im Spalt.

Colbert: Das ist natürlich ein heisser Ort, um eine Karriere anzufangen.

Eminem: Ja, der Place-to-be.

(...)

Colbert: Ich kenne mich im Entertainmentgeschäft aus: Weshalb verdecken Sie Ihr Gesicht eigentlich unter einer Kapuze? Das ist doch schade, Sie könnten mit Ihrem hübschen Gesicht sicherlich Geld verdienen.

Eminem legt seine Kapuze nach hinten.

Colbert: Ah, vielleicht ist es doch besser mit Kapuze. Sie verstehen Ihr Geschäft wohl besser als ich.

Eminem: Sicher.

(...)

Colbert: Nun, was denken Sie, wie Sie sich entwickeln? Denken Sie, Sie können mit Ihrer Musik Karriere machen, oder ist das mehr ein Hobby, das Sie mit Ihren Kumpels am Wochenende betreiben?

Eminem: Beides. Es ist eine Karriere und ein Hobby.

Colbert: Das ist sicher nicht einfach. Es ist ein hartes Geschäft. Haben Sie so etwas wie einen Plan B, wenn es mit der Musik nicht klappen sollte? Zimmern zum Beispiel?

Eminem: Zimmern wäre eine Möglichkeit.

Colbert: Wie alt sind Sie?

Eminem: 42.

Colbert: Wenn Sie einmal eine Familie haben möchten ... ich möchte jetzt nicht Ihr Talent anzweifeln ... das ist mehr ein Ratschlag eines älteren Mannes an einen jüngeren: Sie sollten wissen, was Sie heute in zehn Jahren machen. Sie müssen einen Plan haben, falls Ihr Traum platzt. Träume können platzen, das wissen Sie sicher. Spass ist Spass ...

Eminem: ... jetzt bin ich doch ziemlich -verwirrt. Ich versuche zu verstehen, ob Sie das Ganze ernst meinen oder ...

Colbert: ... ich meine es sehr ernst. Wenn Sie mit 50 kein Vorsorgekonto haben, liegen Sie tot im Wasser. Und Sie werden sich verzweifelt fragen: Weshalb habe ich nicht auf ihn gehört? Klar, heute sagen Sie -Ihren Freunden und Ihren Eltern, dass Sie es schaffen werden, dass Sie nicht aufgeben werden. Aber irgendwann müssen Sie realistisch werden und sagen: Vielleicht schaffe ich es doch nicht. Vielleicht schaffen Sie es nicht, Marshall!

Eminem: Sie scheinen wirklich nicht zu wissen ... nun, ich habe doch schon ein paar Alben veröffentlicht.

Colbert: Ich bin mir sicher, dass das befriedigend ist.

Eminem: Ja, das ist so.

Colbert: Gut, aber die Miete ist damit nicht bezahlt.

Eminem: Doch, doch, irgendwie schon.

Colbert: Gut!

Eminem: Meinen Sie das wirklich ernst? Ich bin wirklich etwas verwirrt.

Colbert: Ich möchte mich entschuldigen, falls Sie erfolgreicher sind, als mir bekannt ist. Aber ich möchte wirklich wissen, wer Sie sind, ich weiss einfach nicht, wer Sie sind.

Eminem: Das ist schon in Ordnung.

(...)

Colbert: Ich wollte Sie etwas zu Ihrem neuen Song «Phenomenal» fragen. Darin heisst es: «Ich bin phänomenal mit jedem Gramm meines Blutes, mit jedem Atemzug ... ich höre nicht auf, bis ich phänomenal bin, ich bin phänomenal ... so lange es auch dauern mag, ich nehme alles in Kauf ... es wird trotzdem ein Monster aus mir machen.» Nun, ist das eine Botschaft, die Sie an die Kinder richten wie «Wenn du deinen Traum erfüllen willst, kannst du der Beste sein, aber es verwandelt dich in ein nicht wiederzuerkennendes Monster, was du schliesslich bereust»?

Eminem: Nicht unbedingt.

Colbert: So heisst es aber im Song ...

Eminem: ... das mag Ihre Interpretation sein.

Colbert: Sie sagen also, dass man ein Monster sein muss, um phänomenal zu sein, richtig?

Eminem: Man muss nicht unbedingt ein Monster sein, aber, was ich sagen will, ist: Wenn ich diesen Weg wähle und mich auf diese Extreme einlasse, wird mich das in etwas verwandeln, was nichts mehr mit einem Menschen zu tun hat ... in ein Tier.

Colbert: Passiert Ihnen das, Marshall?

Eminem: Sinnbildlich gesprochen möglicherweise schon.

(...)

Colbert: Wie finden Sie Ihre Balance? Machen Sie Yoga?

Eminem: Nein. Ich meditiere oft. Wie zum Beispiel gerade jetzt. Weil es hier im Moment verdammt seltsam ist.

(...)

Colbert: Vielen Dank, Marshall Mathers, dass Sie hier waren.

Eminem: Ich danke Ihnen. Kann ich jetzt eigentlich noch etwas darbieten?

Colbert: Das wäre grossartig, aber wir sind etwas knapp in der Zeit. Sie können ja ein anderes Mal wieder vorbeikommen.

Dieses – hier in einer Kurzfassung abgedruckte – Gespräch wurde im Monroe Public Access Cable Television ausgestrahlt.

Kleiner Knigge zum Überstehen eines Opernabends

Was ziehe ich an? Wann darf ich klatschen?

Von Christian Berzins

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Wie Taylor Swift mein Leben ­veränderte

Von Anne-Sophie Keller – Ich bin ein Kind der 90er. Ein richtiges Nineties-Girlie, das Girl Power nicht bloss als Schriftzug auf Shirts trug, sondern verinnerlicht hatte. Solidarität unter Mädchen, geblümte Kleidchen, Glitzer, das Streben nach Spass und eine unglaublich tiefe Verbundenheit mit den Freundinnen aus der Clique waren zentrale Teile meines Mädchenseins. Popstars waren unsere Göttinnen. Übernatürliche Amazonen, die über unser rosarotes Universum herrschten und denen wir unsere ewige Treue und Verbundenheit schworen. Vorbilder, deren Lieder wir in zahlreichen Mini-Playbackshows huldigten. No Angels, Britney Spears, All Saints, Natalie Imbruglia, Gwen Stefani – die Liste meiner Kindheitsikonen ist endlos, und wenn ich an sie denke, gespickt mit nostalgischen Erinnerungen.

Dann kam 2007. Britney schor sich den Kopf kahl und ich als panisches Kind der Generation Y stand nur Monate vor meinem 18. Geburtstag und somit dem definitiven Schritt ins Erwachsenwerden sowie in die unwiderrufliche Verantwortung. Ich zog von zuhause in die Grossstadt, meine Sandkastenfreundschaften endeten, weibliche Vorbilder waren rar.

Fünf Jahre später, mit schicksalshaften 22, war ich genau das, was Taylor in ihrem gleichnamigen Song als «happy, free, confused and lonely at the same time» beschrieb. Ich stand am Ende einer postpubertären Rebellionsphase, hatte erste berufliche Erfolge, dementsprechend hässliche Kritiker und vor allem keinen Plan, was ich mit meinem Leben anstellen sollte.

Auf der Weihnachtsbaumfarm

Eines Tages stiess ich durch eine «Forbes»-Liste erfolgreicher Musiker auf ihren Namen. Und von da an hatte ich eine neue beste Freundin, ein neues Vorbild und eine neue Ikone, die mich seit dann durch mein Leben führt. Taylor Swift, hiess es da, ein All-American-Girl aus dem Country-Mekka Nashville, gehöre zu den grössten Musikerinnen der Welt. Nicht nur das imponierte mir. Taylor war der Inbegriff des America’s Sweetheart: blonde Locken, blaue Augen, klassische Kleidung, gute Manieren, aufgewachsen auf einer Weihnachtsbaumfarm. Dazu kam das Wichtigste: unglaublich viel Talent. Mit 14 erhielt sie als bisher jüngste Person einen Vertrag als Songwriterin bei Sony Music. Dies, nachdem sie ihre Familie dazu überredet hatte, nach Nashville zu ziehen, bereits die Nationalhymne bei Footballspielen sang und seit ihrem siebten Lebensjahr Songs schrieb.

Damals also, im Jahr 2002, war Taylor ausserhalb des englischsprachigen Raumes noch gänzlich unbekannt. In aller Ruhe und ganz für mich allein kaufte ich ihr zu dieser Zeit schon etwas älteres Album «Speak Now». Dort rächte sie sich im rockigen «Better Than Revenge» an ihrem Ex, besang die neue Liebe im zuckersüssen «Enchanted», lieferte mit «The Story of Us» einen bis heute unterschätzten Song mit Chart-Potenzial, sang die unglaublich melancholische Ballade «Ours» und nahm mit «Never Grow Up» langsam von ihrer Kindheit Abschied. Prägend wird aber immer ihre Anti-Hate-Hymne «Mean» sein – eine Abrechnung mit all den Menschen, die nicht damit umgehen können, wenn junge Frauen Erfolg und eine Meinung haben. «Someday, I’ll be living in a big old city. And all you’re ever gonna be is mean», sang sie da. Es war eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn heute lebt der derzeit grösste Popstar der Welt in New York und hat wohl mehr erreicht, als all ihre Kritiker es jemals zusammen schaffen werden.

Nach und nach entdeckte ich mit den Alben «Taylor Swift» und «Fearless» Taylors Wurzeln. Ihre ersten US-Hits «Our Song» und «Tim McGraw», die nur so vor unschuldiger Südstaaten-Mentalität strotzen. Oder die wuchtigen «Picture to Burn» und «Should’ve Said No» – Beweise, dass Miss Swift ganz schön laut werden kann.

Natürlich war auf dem Album auch «Love Story», Taylors Version von «Romeo und Julia». Nach und nach wurde ihr Talent anerkannt. Taylor erhielt die höchsten Auszeichnungen der Branche: Grammys, American Music Awards, Billboard Music Awards und den Pinnacle Award der amerikanischen Country Music Awards. Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Pop-Konstrukt ohne Ecken und Kanten auch hierzulande das Feld von hinten aufräumen sollte.

Taylor im Radio! Ich flippte total aus

Im Oktober 2012 erschien «Red», ihr viertes Studioalbum. Die Songs «I Knew You Were Trouble», «22» und «We Are Never Ever Getting Back Together» wurden langsam auch im deutschsprachigen Raum im Radio gespielt. Ich flippte total aus. Taylor wurde damals noch als Country-Sternchen, das sich in Pop versucht, abgetan. In den hiesigen Medien konzentrierte man sich lieber auf ihre unzähligen Flirts mit dem jungen Who’s who der Film- und Musikbranche. Einmal verliebte sich sogar ein Kennedy-Sprössling in das Mädchen mit der Gitarre.

Fast forward ins 2014. Ich verliess meinen ersten Job und brauchte dringend einen Neuanfang. Taylor schnitt sich die Haare. Ich folgte ihr und färbte meine wieder zurück zu Dunkelblond. Im Herbst steckte ich in einer echten Krise. Mittendrin kündigte Taylor «1989» an. Das Album mit ihrem – und meinem – Jahrgang. Sie veröffentlichte «Shake It Off» und rettete mir so manchen schlechten Tag. Haters gonna hate. Fakers gonna fake. Als ich endlich wusste, wohin mein Leben gehen soll, kam «Out of the Woods». Es war Schicksal. Ich fand meinen Weg, meine Stimme und trennte mich von altem Ballast.

Und Taylor machte sich auf, die Welt zu erobern. Bald stand sie in 12 Ländern an der Chartspitze (und in 15 weiteren in den Top Ten), war von der «Vogue» bis hin zur «Maxim» auf jedem erwähnenswerten Magazincover und auf der «Time Magazin»-Liste der einflussreichsten Menschen der Welt. Ihre Welttournee startete mit 55 000 Besuchern in Tokio – 83 weitere Shows rund um den Globus sollten folgen. Sie brachte Apple dazu, Musiker für das Streaming ihrer Arbeit zu entschädigen. Sie freundete sich mit Topmodels wie Cara Delevingne und Karlie Kloss, It-Girls wie Kendall Jenner und Gigi Hadid, Musikerinnen wie Lorde und die HAIM-Schwestern, Autorinnen wie Lena Dunham und Tavi Gevinson an. Die Welt liegt ihr zu Füssen. Kritiker sind nach sieben Grammy Awards langsam verstummt und sogar die Haters haben sich nach Taylors unzähligen Charity-Aktionen einfachere Ziele gesucht. Kürzlich holte sie die US-Fussballweltmeisterinnen auf die Bühne und stemmte den Pokal in die Höhe. Girl Power.

Die besten Stunden meines Lebens

Taylors Magie lässt sich am besten an ihren Konzerten erleben. Ich war Ende 2013 auf ihrer «Red Tour» und diesen Sommer auf der «1989 World Tour» in London. Auf der ersten verkaufte sie die O2-Arena fünfmal aus; auf der zweiten stand sie als Headlinerin des British Summer Time Festivals vor 65 000 Menschen im Hyde Park. Ich reiste beide Male allein nach London und erlebte ein Gefühl totaler Verbundenheit. Ich wurde zweimal von Girls-Cliquen «adoptiert», von fremden Müttern getröstet und erlebte mit Gleichgesinnten die besten Stunden meines Lebens. Nebenan standen junge Familien, Mädchen mit selbstgebastelten Plakaten und Jungs mit Fanshirts. Taylor stand als Zeremonienmeisterin auf der Bühne, tanzte in ihren Glitzerkleidern und langen Röcken auf der Bühne herum, spielte auf silbernen Pianos und farbigen Gitarren, holte Musikerinnen wie Ellie Goulding oder Sportlerinnen wie Serena Williams auf die Bühne, definierte Girl Power an ihrem Ursprungsort neu, brachte zehntausende Mädchen zum Weinen und verliess die Bühne mit strahlenden blauen Augen, perfekten roten Lippen und den Worten «You are not somebody’s definition.»

Ich war stolz. Stolz auf mein Country-Mädchen, das in die Welt hinauszog und sie eroberte. Auf meine Ikone, die keine Angst mehr vor dem Erwachsenwerden hatte und mir damit selbst Mut machte. Auf eine Gleichaltrige, die ihre Stimme fand. Auf eine junge Frau, die furchtlos genug war, zerbrechlich und offen zu bleiben. Auf meine Freundin, die mir den Sound-track meines Lebens lieferte.


Die 10 lustigsten Namen von Bands (bevor sie berühmt wurden)

Simon & Garfunkel, Radiohead, Black Sabbath, Red Hot Chili Peppers hiessen ...

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